Nahwärmenetze

Innovativ in die Zukunft mit der VR Bank HessenLand

Immer mehr Menschen nutzen erneuerbare Energien und andere Alternativen wie z.B. die Abwärme von bereits bestehenden Biogasanlagen. Profitieren auch Sie davon und gehen Sie mit Ihrem Dorf oder Ihrer Stadt gemeinsam nachhaltig in die Zukunft.

Wir erläutern Ihnen was zu beachten ist, wie Sie ein Nahwärme-Projekt initiieren und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt.

Der Beginn der Nahwärmenetze

Investitionen in die Nutzung vorhandener Energieträger wie Sonne, Wind, Wasser, aber auch die Nutzung der heimischen Rohstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft nehmen in den letzten Jahren stetig zu. Dies gilt es vor allem auch vor dem Hintergrund des geplanten Ausstiegs aus der Kernenergie und der Reduktion der CO2-Abgase zu sehen.

Durch Investitionen in erneuerbare Energien kann eine größere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen sowie eine Verbesserung der Infrastruktur gewährleistet werden.

Sehr früh engagierte sich die VR Bank HessenLand eG in diesem wichtigen und für die regionale Wertschöpfung wertvollen Themengebiet.

Fertiggestellte Projekt (grün): Gontershausen, Haarhausen, Erfurtshausen, Mardorf, Großseelheim, Schönstadt, Schwabendorf, Josbach, Erksdorf, Wasenberg, Lingelbach; Projekte im Bau (blau): Rauschenberg (erste Bioenergiestadt in Deutschland); Projekt in der Planung (orange): Mengsberg, Stausebach, Kleinseelheim

Mittlerweile sind im Geschäftsgebiet der VR Bank HessenLand 13 Energiedörfer bzw. Nahwärmenetze entstanden oder im Bau. Weitere Projekte befinden sich derzeit in der Planungsphase.

Klaus Pfalz, Fachberater für regionale Energieentwicklungsprojekte bei der VR Bank HessenLand, begleitet die Projektvorhaben von Anfang an sehr aktiv und unterstützt die ehrgeizigen und engagierten Arbeitsgruppen während der Umsetzung und danach kompetent.

Insgesamt wurden bisher rund 40 Mio. € investiert bei einer gesamten Netzlänge von 85-90 km mit über 1.500 Hausübergabestationen. Jährlich werden dadurch mindestens 4 Mio. Liter Heizöl und somit schädliche Abgase eingespart.

Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der Energiedorfprojekte ist die aktive Einbindung und das Engagement der Bürger. Denn nicht nur der Einzelne profitiert von finanziellen Ersparnissen und stabileren Energiepreisen, sondern die Gemeinschaft profitiert im Gesamten von einer Stärkung des Zusammenhalts und der gemeinsamen Vision. Getreu dem Motto von Friedrich Wilhelm Raiffeisen: "Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das schaffen viele." sowie "Einer für alle. Alle für einen."


Nachfolgend skizzieren wir beispielhaft den Ablauf eines Nahwärmeprojekts. Dieser Ablauf ist nicht fest vorgegeben sondern kann je nach Bedarf und Dorf individualisiert werden. Er dient lediglich dazu, Ihnen eine Vorstellung darüber zu vermitteln, wie es auch bei Ihnen ablaufen könnte. Hier eine Übersicht über mögliche Meilensteine:

  1. Entstehung der Idee eines Energiedorfes
  2. Bildung eines Arbeitskreises (aus engagierte Personen vor Ort)
  3. Ausarbeitung der Idee/ des Projektes sowie Kontaktaufnahme zu anderen Orten, die ein ähnliches Projekt bereits realisiert haben
  4. Vorstellung in einer Bürgerversammlung
  5. Fragebögenverteilung (Rücklaufquote ist entscheidend - nachhalten!)
  6. Erstellung einer Machbarkeitsstudie (durch Ingenieurbüro)
  7. Gründung der Genossenschaft
  8. Detailplanung
  9. Finanzierung
  10. Umsetzung des Vorhabens

Bereits bei der Planung des Nahwärmenetzes ist die Kenntnis der genauen Anzahl der interessierten und anschlusswilligen Haushalte sehr wichtig. Sind es nicht genügend Haushalte, die sich an dem Projekt beteiligen, ist eventuell die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben.

Entscheidet sich ein Haushalt erst nach Baubeginn oder noch später für das Nahwärmenetz, kann dies zu Problemen führen - denn der spätere Anschluss an das Netz ist entweder gar nicht oder nur durch einen hohen Kostenaufwand möglich und verschenkt ggf. öffentliche Förderungen.

Um Ihnen einen konkreten Eindruck zu geben, wie auch Ihr Projekt ablaufen könnte, gewähren Ihnen Energiegenossenschaft Wasenberg eG und Nahwärme Schönstadt eG in ihren Berichten einen Einblick in das eigene Projekt. 

Bei Fragen zum Projektablauf steht Ihnen unser Fachberater Klaus Pfalz gerne zur Verfügung.


Realisieren Sie Ihr Nahwärmeprojekt

Die mögliche Realisierung Ihres Projektes "Bioenergiedorf/ Nahwärmenetz" ist nicht nur von den Bürgern vor Ort sowie deren Engagement abhängig, sondern auch von der Finanzierung.

Im Folgenden stellen wir Ihnen kurz und knapp vier Finanzierungs- bzw. Fördermöglichkeiten vor.

Bei Fragen oder detaillierten Informationen steht Ihnen unser Fachberater Klaus Pfalz gerne zur Verfügung.

Bankdarlehen

Wir nehmen unseren Förderauftrag ernst und unterstützen die regionale Energieversorgung mit einem eigenen Kreditprogramm.

Zum einen finanzieren wir Ihre Genossenschaftsanteile und Ihre Hausanschlusskosten mit unserem zinsgünstigen Förderkredit. Das Besondere an diesem Kredit: Sie erhalten von uns einen Zuschuss von 0,5% der Darlehenssumme.

Zum anderen finanzieren wir den Bau des Nahwärmenetzes für Ihr Dorf oder Ihre Stadt.

KfW

Programm: Erneuerbare Energien Premium

Mit diesem Programm wird die Errichtung und Erweiterung eines Wärmenetzes inklusive der Errichtung der Hausübergabestationen für Bestandsbauten gefördert.

Um die Förderung von der KfW zu erhalten, müssen verschiedenen Voraussetzungen gewährleistet werden. Dazu zählt beispielsweise, dass 50% der Wärme aus erneuerbaren Energien gewonnen wird sowie dass der Investor auch der Betreiber ist.

Beispielsweise erhalten Sie einen Zuschuss von 60 € pro Meter Trasse sowie 1.800 € für Ihre Hausübergabestation. Hierzu kommen je nach der vorliegenden Situation teilweise bis zu rund 32% an Zuschlägen zur Grundförderung hinzu. Auch für andere Investitionen im Zusammenhang mit einem Nahwärmenetz wie z.B. Installation eines Biomassekessels oder eines Solarthermiefeldes besteht die Möglichkeit Zuschüsse zu erhalten.

Land Hessen

Auch das Land Hessen fördert Biomassenfeuerungsanlagen. Ingesamt können es bis zu 30% der Investitionen, max. 200.000 € sein. Als förderfähige Kosten können z.B. Kessel sowie Montage und Inbetriebnahme des Kessels angerechnet werden.

Wichtig: Beginnen Sie mit Ihrem Vorhaben erst, nachdem Ihnen der rechtswirksame Bescheid vorliegt.

BAFA

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unterstützt die Wärmegewinnung über Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Hierbei können bis zu 40 % der Kosten gefördert werden.

Der Antrag auf Förderung kann erst nach Abschluss der Maßnahme gestellt werden. Gefördert wird hierbei der verbaute Meter der Trasse mit bis zu 100 € pro Meter.


+++ Herzlichen Glückwunsch zum Deutschen Solarpreis 2019! +++

Die Bioenergiegenossenschaft Mengsberg eG wurde für ihr nachhaltiges und zukunftsweisendes Projekt "Bioenergiedorf Mengsberg" mit dem Deutschen Solarpreis 2019 ausgezeichnet. 

Wir freuen uns, dass die Bioenergiegenossenschaft diesen tollen Preis erhalten hat und das unser Fachberater für Energieentwicklungsprojekte Klaus Pfalz dieses Projekt begleiten und unterstützen durfte.

Durch die aktive Betreuung unseres Fachberaters für regionale Energieentwicklungsprojekte Klaus Pfalz sind in unserem Geschäftsgebiet mittlerweile 13 Energiedörfer bzw. Nahwärmenetze entstanden.  

Bereits fertig gestellte Projekte:

Im Bau befindliche Projekte:

Desweiteren befinden sich Projekte in Stausebach und Bracht in der Planungsphase.